Pepi musterte Andreas genau, drei mal ging er um ihn herum und nickte dann anerkennend. „Wow“, meinte er dann und pfiff leise durch die Zähne. „Der Kerl, der sich nicht in dich verknallt, ist entweder tot oder dumm-schwul.“ Andreas lächelte und drehte dann verschämt und kokett den Kopf zu Seite. „Entzückend“, rief Pepi immer wieder aus, „entzückend.“
Ich glaube, die meisten Shemales besitzen auch eine ziemlich verspielte Seite. Eine Seite, die Spaß daran hat, die Mitmenschen zu verwirren. Ich kenne ja nun viele Shemales, seit ich es entdeckt habe, dass ich selbst ein Shemale bin, und mich nach Kontakten zu anderen Shemales umgesehen habe.
Ich weiß es noch wie heute, als ich die Welt des Transensex entdeckte. Gehört hatte ich von Transen zwar vorher schon – aber das war alles reine Transen Theorie. Die Praxis entdeckte ich erst recht spät. Ich war gerade 19 und das erste Mal von zu Hause weg. In einer Studenten WG lebte ich, zusammen mit drei anderen Studenten. Einer von ihnen, Carsten, hatte schon eine feste Freundin, die anderen waren wie ich solo. Und diese feste Freundin, Lena, die war so oft bei uns, dass man fast glauben konnte, sie sei ebenfalls Mitglied der WG.
Mein Freund und ich, wir sind Telefonsex Transen. Wobei wir nicht nur Transen Telefonsex machen, obwohl wir den wirklich lieben, sondern in Sachen Transensex auch realen Dates und Sextreffen nie abgeneigt sind. Okay, ab und zu lassen wir uns auch einmal auf Treffen ein, zu denen wir als ganz „normale“ Männer erscheinen. Aber viel lieber tauchen wir doch als Transen auf. Und wenn wir uns so richtig als Transen aufgetakelt und gestylt haben, dann kann man uns wirklich für echte Frauen halten. Nur schade, dass man das beim Transen Telefonsex gar nicht so richtig mitbekommt. Das Dumme ist, wir beide teilen die Vorliebe für Frauenkleidung, für Transen Sex, für andere Transvestiten miteinander – aber wir sind nicht ineinander verliebt. Was zu schade ist, denn zwei Transen, die sich so gut verstehen wie wir, würden das ideale TV Paar abgeben.
Ich werde nie ihren zunächst völlig fassungslosen Blick vergessen, als sie mir ganz ungeniert in den Schritt griff und dabei feststellen musste, dass sich unter dem geilen Minirock und der Nylonstrumpfhose sowie dem duftigen Slip keine nasse Muschi verbarg, sondern ein echter harter Männerschwanz. Dabei konnte ich überhaupt nichts dafür, dass sie mich angemacht hatte und mir sozusagen so hemmungslos an die Wäsche ging; meine Schuld war es also nicht.
Mir war es ausschließlich um eine Wette gegangen. Wie schafft es ein Mann, ungestraft eine Stunde in einem echten Lesben Treff zu verbringen? Mit dieser Frage hatten wir – vier Männer, die sich öfter im Fitness Studio treffen und nachher manchmal noch miteinander einen trinken gehen – sich am Abend zuvor beschäftigt. Ich amüsierte mich königlich und erklärte ihnen, das sei überhaupt kein Problem. Was sie nicht wussten – als Ladyboy und Schwanzfrau hat man eines der Probleme nicht, das Männer normalerweise mit Lesben Treffs haben – man sieht nicht aus wie ein Mann und hat deshalb gute Chancen, sich unentdeckt einschleichen zu können. Natürlich glaubten die anderen mir nicht und forderten mich auf, den Beweis anzutreten.
Also warf ich mich am nächsten Abend prompt in mein schönstes Transen Outfit, komplett mit Schminke und Perücke, ließ mich von ihnen bis vor die Tür fahren und trat ein. Sie wollten vor der Tür warten und schauen, ob ich es wirklich eine Stunde lang schaffen konnte, nicht als Transe und somit als Mann aufzufallen und vor die Tür gesetzt zu werden.